3experience Kilimanjaro

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Mittwoch, 8.10.2008

Tag 5 - Mittwoch, 8.10.2008

Tag 5

Es ist 6 Uhr morgens und man spürt bereits beim Frühstück eine ungewohnte Spannung. Nach einem letzen Check der Ausrüstung und der Sicherstellung, genug Wasser dabei zu haben, geht es dann um 07:00 Uhr los. Die ersten 20 km sind auf Asphalt zu fahren. Stetiges Bergauf mit sanften Bergabfahrten und der herrliche Blick auf den wolkenfreien Kilimanjaro machen die Fahrt zum speziellen Vergnügen. Der Asphalt mündet nach einer längeren Abfahrt in eine Staubstraße, die uns bis zum Ziel begleiten wird. Wir haben Glück – es ist bewölkt und bleibt windstill. Im Prinzip geht es fast eben dahin, nur unterbrochen durch Staublöcher, in die die Räder 20 cm tief einsinken und bei denen man dem Bike am besten seinen Lauf lässt.

Einige Stürze und ein paar aufgeschürfte Ellbogen später machen wir nach insgesamt 50 km Rast mitten in der Ebene. Die Landschaft sieht so aus, wie wir es von Bildern aus Afrika gewohnt sind. Auch die Menschen haben sich verändert. Es sind Massai, die uns beobachten. Reservierte, teilweise mit Speeren und Macheten bewaffnete, hochgewachsene Menschen. Sie lassen sich ungern fotografieren, weil sie glauben, wir würden ihre Seele mit den Apparaten einfangen – unglaublich, wenn man bedenkt, dass es vereinzelt Motorräder als Transportmittel, Handys und Coca Cola gibt.

Nach der Mittagspause geht es weiter, bis nach 80 km eine unscheinbare Abzweigung direkt durch den Busch führt. Der Busch – damit sind vereinzelte Bäume und Kakteen gemeint und jede Menge Buschwerk mit Dornen. Diesen zollen wir auch Tribut: insgesamt 13 platte Reifen auf 5 Kilometern. Nach diversen Reparaturpausen geht es ein kurzes Stück durch die Savanne und wir sehen Zebras, Gnus und Antilopen in einiger Entfernung gemütlich ihrer Wege gehen.
An einem Wasserloch winkt uns ein europäisch gekleideter Massai hektisch. Unser Guide übersetzt, dass im Schlamm eines Wasserlochs ein Zebra eingesunken ist und alleine nicht mehr herauskommt. Wir springen von unseren Rädern und ziehen das total erschöpfte Tier an den Beinen und dem Schwanz aus der Schlammgrube. Nun befreit, bricht es völlig zusammen und stirbt nach ein paar Minuten an Erschöpfung. So ist Afrika nun mal: Wunderschön, aber auch hart im täglichen Überlebenskampf.
Nach einer weiteren Stunde und nun 86km und 1.100 Höhenmetern erreichen wir die Ndarakwai Ranch.
Sie ist so stilvoll, als ob sie gerade aus einem John Wayne-Film entsprungen wäre.

Wir werden in einzelnen Zeltbungalows untergebracht, umbaut von Holzhütten mit großräumigem Innenbereich und Badezimmer sowie Toilettebereich. Das Wasser wird hier zum Duschen extra hergetragen, Wasser ist eben in der Ebene eine Mangelware und wir werden angehalten, es auch so zu behandeln. Nach einem kurzen Drink folgt dann bald das Abendessen. Jeder ist glücklich, diese Etappe gut hinter sich gebracht zu haben.

Abends gibt es dann einheimische Tänze und Trommeln – die Nacht wird für viele sehr kurz. Zu den Fotos »